Der 450€- oder Minijob

 

Der 450€ Job, Minijob oder auch im Beamtendeutsch  “geringfügig entlohnte Beschäftigung” genannt, ist die beliebteste Form des Nebenjobs. Der Name kommt ganz einfach von der Verdienstgrenze – monatlich darf man in einem Minijob nicht mehr als 450€ verdienen. Dafür bekommt man diese 450€, mit ein paar Ausnahmen, auch komplett ausbezahlt und hat diesselben Rechte wie ein normaler Arbeitnehmer. In Deutschland darf jeder einen 450€-Job ausüben, also egal ob Schüler, Azubis, Studenten, Arbeitslose, Arbeitnehmer oder Rentner.

 

Welche Abgaben muss man bezahlen?

Wenn man nicht möchte, muss man als Jobber gar keine Abgaben bezahlen, solange man unter den 450€ bzw. 5400€ im Jahr bleibt. Seit 01.01.2013 gilt für Minijobs allerdings die Rentenversicherungspflicht. Das bedeutet, dass man von den 450€ im Monat 3,9%, also höchstens 17,55€, in die Rentenversicherung einzahlen muss. Wer das aber nicht möchte kann sich davon befreien lassen. Dazu benötigt man nur ein Formular das man vom Arbeitgeber unterschreiben lassen muss. Du kannst es dir gleich hier downloaden.

Wichtig: Verdient man unter 450€, kann man sich bei der gesetzlichen Krankenversicherung noch über eine Familienversicherung anmelden. Arbeitgeber müssen allerdings mehr Abgaben zahlen.

 

Wenn man mehr als 450€ verdient

 

Was passiert wenn man mehr als 450€ verdient?

Grundsätzlich darf man nicht mehr als 450€ verdienen um die Vorteile des Minijobs in Anspruch zu nehmen, nämlich die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit. Verdient man mehr als 450€, aber weniger als 850€, befindet man sich in der sogenannten Gleitzone. Das bedeutet, dass man die Beiträge zur Sozialversicherung bezahlen muss, (Kranken-, Arbeitlosen-, Renten- und Pflegeversicherung). Sobald man über die 850€-Grenze kommt, muss man zusätzlich auch noch die Lohnsteuer abführen.  

 

Ausnahmen

Bei der Berechnung der 450€-Grenze gibt es ein paar Ausnahmen zu beachten:

  • Die Berechnung erfolgt meist über den durchschnittlichen Verdienst in einem Jahr. Man darf demnach im Jahr nicht über 5.400€ verdienen, was 450€ im Monat entspricht
  • Hat man mehrere Minijobs, werden diese zusammengerechnet und man darf insgesamt nicht mehr als 450€ pro Monat verdienen
  • Vorhersehbare Überschreitungen (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, etc.) muss man selbst mit einplanen
  • Unvorhersehbare Überschreitungen (Krankheitsausfälle von Kollegen,die zu mehr Arbeit führen) werden bei der Berechnung der 450€ Grenze dagegen nicht berücksichtigt

 

Gilt der Mindestlohn auch für Minijobs?

Die Einführung des Mindestlohns in Höhe von 8,50€ pro Stunde betrifft auch die Minijobs. Das bedeutet, dass man als Jobber nur noch maximal 52 Stunden und 54 Minuten arbeiten darf (450€ / 8,5€ = 52,9 Stunden) wenn man nach dem Mindestlohn bezahlt wird. Allerdings gibt es auch hier einige Ausnahmen, die von der Mindestlohnregelung ausgeschlossen sind:

  • Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung
  • Auszubildende
  • Praktikanten
  • Zeitungzusteller bis zum 31.12.2016

 

Das Wichtigste in Stichpunkten

  • Wenn man nicht mehr als 5.400€ im Jahr verdient, muss man auch keine Abgaben zahlen, bzw. man bekommt diese ggf. am Ende des Jahres wieder
  • Die Rentenversicherung (3,9 Prozent) muss man zahlen, wenn man sich nicht ausdrücklich davon befreit (Download)
  • Bei Bafög-Empfängern gelten besondere Regeln, siehe 450€ Job und Bafög
  • Der Mindestlohn gilt auch für Minijobber (mit wenigen Ausnahmen)
  • Hat man mehrere 450€-Jobs, wird der Lohn aller Jobs zusammengezählt und darf 450€ im Monat nicht überschreiten
  • Verdient man regelmäßig mehr als 450€, aber nicht mehr als 850€ im Monat (siehe Gleitzone), muss man die Sozialversicherung anteilig bezahlen

 

Wir hoffen wir konnten dir das Thema gut erklären. Wenn du noch Fragen hast, poste sie doch einfach in die Kommentare. Wir freuen uns!

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